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Frischen Wind unter die Flügel

14.06.2018

Hamburgs größtes und bekanntestes Schwimmbad, die Alster-Schwimmhalle, wird ab 2020 umfassend modernisiert und ab 2024 mit einem völlig erneuerten und deutlich erweiterten Angebot wieder eröffnet und im Zuge des Programms Active City wettkampfgerecht ausgebaut. Die Planungen der Bäderland Hamburg GmbH zusammen mit dem Hamburger Architektenbüro „Gerkan, Marg und Partner“ (gmp) konnten zwischenzeitlich sehr weit konkretisiert werden. Eine intensive Abstimmung des Projektes mit den beteiligten Behörden ist erfolgt.

Alster-Schwimmhalle ab 2024 (Copyright: gmp und rendertaxi)

Die Maßnahmen

Hamburgs größte und wichtigste Badanlage für das Gesundheits- und Fitnessschwimmen unterschiedlichster Bevölkerungsgruppen soll in Zusammenhang mit der baulichen Sanierung  gleichzeitig modernisiert und für die Zukunft optimal aufgestellt werden. Das charakteristische 50 Meter Becken der Schwimmhalle wird erhalten, ebenso wie das doppelte Lehrbecken für Schulschwimmen und Schwimmunterricht. Darüber hinaus entsteht ein 25 Meter Warmwasserbecken neu, ein separates Sprungbecken und ein Kursbecken mit Hubboden-Ausstattung. Insgesamt wird die neue Alster-Schwimmhalle über fünf Wasserbecken mit einer deutlich erweiterten Wasserfläche verfügen (von rund 1.400 m² auf über 2.000 m²).

Das bisherige Fitnessangebot im Trockenbereich wird auf rund 1.100 m² Fläche für Gerätetraining ausgebaut; zusätzlich ist ein umfangreiches Kursangebot im Bereich von Wasserfitness, Schwimmen-Lernen, Schwimmtechniken und Entspannung vorgesehen. Das neue Angebot wird mit einer attraktiven Sportsauna und einer im Bäderangebot  ganz neuen Aktivbad-Komponente ergänzt - darunter sind mehrere kleinere Warmwasserbecken zur Entspannung und Entmüdung nach sportlicher Belastung zu verstehen.   

Die bereits vor einigen Jahren (2007) vorgenommene Umstellung des Angebotskonzeptes der Halle von einem Freizeitbadangebot hin zu einem sportlich fokussierten Schwimmbad erwies sich in den letzten Jahren bereits als erfolgreich und soll daher grundsätzlich nicht verändert werden. Die Alster-Schwimmhalle steht zukünftig auch weiterhin für ein profiliertes Wasserfitnessangebot für Jedermann. Nach der Modernisierung werden die Hamburger in dem ihnen vertrauten Gebäude ein insgesamt attraktives neues Angebot vorfinden. Für die Modernisierung wurden 60 Mio. Euro im Haushalt der Hansestadt eingestellt. 

Active City 

Die neue Alster-Schwimmhalle wird wettkampfgerecht ausgestattet, wobei Tribünen dann je nach Wettkampftypus bedarfsgerecht temporär installiert werden können. Das Modernisierungsprojekt  ist somit auch ein wesentlicher Baustein des Programms Active City.   

Die Wiedereröffnung der modernisierten Alster-Schwimmhalle ist voraussichtlich für 2024 zu erwarten. Ende 2020  wird mit der Entkernung und dem Abbruch von Teilbereichen und dann mit der Sanierung des Altbestandes und dem Neubau von Angebotsbereichen begonnen werden. Die Halle wird während der gesamten Modernisierungsphase für den öffentlichen Badebetrieb geschlossen sein; die Badegäste können in dieser Zeit in andere  Bäderland-Hallen- und Freizeitbäder  ausweichen, u.a. in das dann fertig gestellte Familienbad Ohlsdorf, das  ab  Frühjahr 2019 in Betrieb sein und mit einem neuen 50 Meter Becken ausgestattet sein wird.   

45 Jahre in Betrieb

Nach einer intensiven Nutzung der Halle in den vergangenen  45 Betriebsjahren (Eröffnung Januar 1973) ergibt sich turnusgemäß ein Handlungsbedarf für die Alster-Schwimmhalle. So hat der Beton in der Spannbetondecke des Daches aufgrund der hohen Chlorid-Belastungen Veränderungen erfahren, die mittelfristig eine Sanierung erforderlich machen. Die abgehängte Decke in der Schwimmhalle muss ebenfalls erneuert werden. Die Abdichtung in der Badeebene, die nahezu das gesamte Erdgeschoss umfasst, wird an vielen Stellen erneuert. Hierfür ist der vollständige Rückbau aller darauf befindlichen Einbauten (Umkleideräume, Duschen, etc.) erforderlich. Die Anlagen der Wasseraufbereitung und der Wärmeversorgung zeigen altersbedingte Abnutzungen und bedürfen ebenfalls einer Erneuerung, die dann auch den aktuellen energetischen Standards genügen wird.   

Der Erhalt der markanten Dachschale stellt eine besondere Anforderung an die Modernisierung dar, gilt es doch durch eine fachgerechte Betonsanierung die Standsicherheit des Gebäudes auch in den nächsten Jahrzehnten zu gewährleisten. Hierzu wurde das Stuttgarter Büro „Schlaich Bergermann Partner“ mit herangezogen, deren Mitarbeiter die Hallendachkonstruktion seinerzeit konzipiert hatte. Ebenso sind bei der Sanierung die besonderen Belange des Denkmalschutzes in besonderer Weise zu berücksichtigen. In einem umfangreichen Abstimmungsprozess zwischen Bäderland, Architektenbüro und dem Denkmalschutzamt wurden gemeinsam die Grundlagen der anstehenden Modernisierung erarbeitet.  

Umweltsenator Jens Kerstan:

„Trotz der vergleichsweise langen baubedingten Schließung ist die sehr erfreuliche Nachricht, dass entgegen eines Bundestrends in Hamburg Bäder gebaut, modernisiert und erweitert werden. Dabei ist es uns ein besonders Anliegen, die außergewöhnliche Architektur behutsam zu ergänzen und die prägenden Gestaltungselemente zu erhalten.“

Dirk Schumaier, Geschäftsführer Bäderland Hamburg GmbH:

„Der besonderen Bedeutung der Alster-Schwimmhalle entsprechend,  werden in den nächsten Jahren außergewöhnlich umfangreiche Arbeiten aufgenommen, um dieses Wahrzeichen des Freizeit-und Wettkampfsports in Hamburg zu erhalten und ihr  Angebot zukünftig deutlich zu erweitern. Wir kommen mit diesem Investitionsprojekt in ganz besonderem Maße unserem Auftrag der bedarfsgerechten Weiterentwicklung und des wirtschaftlichen Betriebs von wasserbezogenen Sport- und Freizeiteinrichtungen in Hamburg nach.“

Denkmalschutzamt:

„Seit seiner Erbauung besitzt der unverwechselbare, architektonisch anspruchsvolle und qualitätvolle, bau- und stadtgeschichtlich bedeutende Baukörper eine große städtebauliche Präsenz und leistet einen wesentlichen Beitrag zu den charakteristischen Eigenheiten des Stadtbildes.“